25. Jubiläum Raumfahrtmission STS-55 – Spacelab D-2

Missionspräsentation und Talkrunde mit 6 Astronauten am 1. Mai 2018 in Europas größter Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“ im Technik Museum Speyer

Speyer. Mondstein, Raumfähre, Sojus Landekapsel oder Raumanzug. Dies sind nur einige der etwa 600 Ausstellungsstücke die in Europas größter Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“ im Technik Museum Speyer zu sehen sind. Seit fast 10 Jahren ist das Museum Anlaufstelle für Raumfahrtbegeisterte, aber auch für Astronauten oder Kosmonauten wie beispielsweise Alexander Gerst oder Buzz Aldrin. Neben der um-fangreichen Sammlung zur bemannten Raumfahrt können Besucher bei Vorträgen oder Talkrunden den Weltraum regelrecht selbst erleben. Diese speziellen Veranstaltungen finden mehrmals jährlich statt, so dass bereits 44 Raumfahrer das Museum besuchten.

Passend zum 25. Jubiläum der Mission STS-55 – Spacelab D-2 reisen 6 Mitglieder der Besatzung nach Speyer und berichten am 1. Mai 2018 über die Mission und ihre Erleb-nisse im Weltall. Zu Gast sind die deutschen Astronauten Hans Schlegel und Ulrich Walter sowie die US Astronauten Tom Henricks, Jerry Ross, Charles Precourt und Bernard Harris. Die Präsentation mit anschließender Talkrunde beginnt um 15.00 Uhr und findet in der Raumfahrthalle des Museums statt. Es stehen begrenzt Sitzplätze zur freien Verfügung. Das Programm ist im regulären Eintritt enthalten und endet voraus-sichtlich gegen 17.30 Uhr. Weitere Informationen zur Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Spacelab D-2 gibt es unter https://speyer.technik-museum.de/de/d-2.

STS-55 – Spacelab D-2 / 1993-2018

Die zweite Deutsche Spacelab Mission D-2 flog im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt vom 26. April bis 6. Mai 1993 mit der US-Raumfähre Columbia. Die Besatzung bestand aus den deutschen Astronauten Hans Schlegel und Ulrich Walter sowie den US Astronauten Tom Henricks, Jerry Ross, Charles Precourt und Bernard Harris und dem Kommandan-ten Steve Nagel †. Die Mission führte unter deutscher Leitung naturwissenschaftliche und biomedizinische Experimente sowie Himmels- und Erdbeobachtungen durch. Der Ursprüngliche Start war für den 22. März 1993 geplant. Dieser musste jedoch drei Se-kunden vor dem Abheben, als die Triebwerke bereits gezündet waren, abgebrochen werden, da eines der drei Triebwerke nicht den vollen Schub entwickelte. Wenige Se-kunden nach Abschaltung der Triebwerke versprühte man Tausende Kubikmeter Was-ser über die drei Haupttriebwerke, um so ein Feuer durch eventuell austretenden Was-serstoff zu verhindern. Der zweite Startversuch erfolgte am 24. April 1993. Aber auch dieser musste wegen technischer Probleme mit einem Navigationsgerät abgebrochen werden. Beim dritten Versuch klappte es, so dass die Crew am 26. April 1993 pünktlich abhob. Die US Raumfähre Columbia wurde vom Johnson Raumflugzentrum in Houston kontrolliert, die Betreuung der wissenschaftlichen Experimente erfolgte jedoch vom deutschen Raumfahrtkontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen.

Die insgesamt 88 wissenschaftlichen Experimente wurden auf den Gebieten der Materialwissenschaft, Biologie, Medizin, Technologieanwendungen, Erdbeobachtung sowie Astronomie und Atmosphärenphysik durchgeführt und von den Einrichtungen DLR, NASA und ESA sowie der französischen und der japanischen Raumfahrtbehörde erstellt. Wie bei allen Spacelab-Missionen arbeitete die Besatzung in zwei Schichten rund um die Uhr, um die Zeit in der Erdumlaufbahn optimal auszunutzen. Für Beo-bachtungen der Reaktion auf die Schwerelosigkeit waren verschiedene Pflanzen wie Tabak, Fingerhut und Sonnenblume sowie Larven des Südafrikanischen Krallen-frosches und des Buntbarsches mit an Bord. Mediziner Bernard Harris legte erstmals im Weltraum einem Astronauten (Hans Schlegel) einen intravenösen Zugang, durch den eine Kochsalzlösung injiziert wurde. Mit dem von Deutschland bereitgestellten Roboter Experiment ROTEX (Robot Technology Experiment) gelang es erstmals ein frei schwe-bendes Objekt im All mittels Fernsteuerung von der Erde aus einzufangen. Bedingt durch die schlechten Wetterverhältnisse in Florida musste die Landung der Raumfähre Columbia am 6. Mai 1993 nach Kalifornien verlegt werden.

Die komplette Besatzung, außer dem verstorbenen Kommandanten Steve Nagel*, wird das 25. Jubiläum von Spacelab D-2 an drei Standorten in Deutschland feiern. Neben Berlin und München besucht die Crew auch die Technik Museen Sinsheim und Speyer.

*Steve Nagel, geb. am 27. Oktober 1946 verstarb am 21. August 2014. Im Oktober 2010 besuchte er anlässlich des Jubiläums zu 25 Jahre Spacelab D-1 die Ausstellung „Apollo and Beyond“ im Technik Museum Speyer. Steve Nagel war der einzige Astro-naut der an beiden Deutschen Spacelab Missionen, D-1 als Pilot der Raumfähre Challenger und D-2 als Kommandant der Raumfähre Columbia, teilnahm.

Unser Morgen wird Heute gemacht

Dieser Slogan war das Motto beim Tag der offenen Tür am 26. und 27. August 2017 im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Space Consult hat zu diesem Anlass Ausstellungsstücke aus Europas größter Ausstellung für bemannte Raumfahrt “Apollo and Beyond” bereitgestellt.

Unter dem Motto „Unser Morgen wird Heute gemacht“ hat das Ministerium die Bevöl-kerung eingeladen, sich ein Bild zu machen, mit welchen konkreten Maßnahmen das Ministerium moderne, intelligente und digitalisierte Mobilität in unserer vernetzten Welt gestaltet.
Es wurde den Gästen und Besuchern einen Einblick in die Aufgaben und die Arbeit des Ministeriums und seiner nachgeordneten Behörden gezeigt. Am Tag der offenen Tür informierten über 50 Aussteller zu den Themen digitale Gesellschaft, Mobilität 4,0 sowie Verkehrssicherheit und Infrastrukturinvestitionen.
Wie gelingt es, Menschen, Güter und Daten noch schneller, sicherer und umweltfreund-licher ans Ziel zu bringen. Im Zukunftsministerium konnten Besucher die Technik und Innovationen von morgen kennenlernen.

Die Exponate, die von Space Consult bereitgestellt wurden, zeigten einen kleinen Ausschnitt aus Europas größter Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“, die seit 2008 im Technik Museum Speyer zu sehen ist. Die originalgetreue Nachbildung des Raumanzuges von Neil Armstrong, Apollo 11 Kommandant und erster Mensch, der am 21. Juli 1969 den Mond betreten hat. Sowie die Flightsuit von Ulf Merbold die er bei seiner ersten Mission STS-9 im November 1983 beim Start und der Landung an Bord der Raumfähre Columbia getragen hat. Von seiner dritten Mission zur Raumstation Mir wurden die Handschuhe seines Sokol Raumanzuges gezeigt die er beim Start und der Landung an Bord von Sojus TM-20 / TM-19 im Oktober/November 1994 getragen hat. Passend dazu wurden 10 Stücke Russischer Raumfahrtnahrung ausgestellt.

Beim Kinder- und Familienfest am Samstagabend haben der Minister Alexander Dobrindt und Ulf Merbold den Kindern und Erwachsenen die bemannte Raumfahrt ein Stück näher gebracht.

Zweiter Deutscher Astronaut trainiert für seinen Flug ins All

Dr. Matthias Maurer hat sein Astronautentraining begonnen und gehört nun zum ESA-Astronautenkorps

Dr. Matthias Maurer wurde am 2. Februar 2017 im Europäischen Raumflugkontroll-zentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt als neues Mitglied des ESA-Astronautenkorps der Öffentlichkeit vorgestellt. In der ESA-Astronautenauswahl von 2009 war er bereits unter den Finalisten. Mit der Astronauten-Grundausbildung im Europäischen Astronau-tenzentrum (ESA/EAC) auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raum-fahrt (DLR) in Köln, dem Heimatstandort aller ESA-Astronauten, beginnt die Vorberei-tung auf seinen Flug ins All.

“Wir freuen uns, dass mit Matthias Maurer ein versierter Wissenschaftler und überzeug-ter Europäer in das Astronautenkorps aufgenommen wurde. Technologien, die für die Raumfahrt entwickelt wurden, sind auch die Grundlage für terrestrische Innovationen und Anwendungen. Damit leistet die Raumfahrt ihren Beitrag zur Lösung der gesell-schaftlichen Herausforderungen“, sagt Dr. Gerd Gruppe, Mitglied des DLR-Vorstandes für das Raumfahrtmanagement, “auch Matthias Maurer wird dazu seinen Anteil im europäischen Astronautenteam und als Botschafter im All leisten.”

Matthias Maurer hat im Bereich der Werkstoffkunde promoviert und verfügt über Kennt-nisse der Physik und Chemie, ebenso über Erfahrungen im medizinischen Bereich. Er spricht vier Sprachen, lernt Russisch und Chinesisch. Maurer erhielt seit 2009 eine um-fangreiche Ausbildung als Support-Ingenieur für Astronauten und konnte Erfahrungen bei der Begleitung bemannter Raummissionen sammeln. Dabei unterstützte er seine Astronautenkollegen im Weltraum. Am CAVES Training der ESA, einem mehrtägigen Höhlentraining für Astronauten war er ebenso beteiligt, wie auch an NEEMO 21, einem Projekt der NASA, bei dem Gruppen von Astronauten, Ingenieuren und Wissenschaft-lern für bis zu drei Wochen in die Unterwasser-Forschungsstation Aquarius, vor der Küste Floridas, geschickt werden.

Die erste Flugmöglichkeit für Matthias Maurer zur ISS wird wahrscheinlich im Jahr 2020 sein. Bis dahin wird er noch zahlreiche Trainingsprogramme im Johnson Space Center in Houston, im Juri Gagarin Kosmonauten Trainingszentrum im Sternenstädtchen bei Moskau sowie in Kanada und Japan absolvieren.

Trauerfeier zu Ehren von Astronaut und Moonwalker Eugene A. Cernan (1934-2017)

Ein herausragender Mensch und guter Freund hat seine letzte Reise angetreten

Am 16. Januar 2017 ist Astronaut Eugene A. Cernan, Kommandant von Apollo 17 der letzten Mondlandung, an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Mit ihm habe ich einen guten Freund verloren, mit dem ich über zwanzig Jahre lang verbunden war.

Familie, Freunde und Astronauten-Kollegen trauern um Eugene Cernan, den letzten Menschen, der vor 44 Jahren den Mond verlassen hat. Am 24. Januar 2017 wurde bei einer Trauerfeier in der St.-Martins Episcopal Church in Houston im Bundesstaat Texas an Gene Cernan, der am 16. Januar 2017 im Alter von 82 Jahren verstorben ist, als “bestes Vorbild eines patriotischen Amerikaners, den die USA hatte” erinnert.

“Ein hervorragender Pilot und herausragender Astronaut” sagte Jim Lovell, der Kommandant von Apollo 13, der in der Ersatz-Crew für Cernan`s erste Mission war. “Wir werden dich vermissen, Gene. Du warst eine außergewöhnliche und natürliche Person und hast ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Raumfahrt geschrieben.”

Cernan war einer von nur drei Menschen, die zweimal zum Mond geflogen sind. Insgesamt flog er drei Weltraum-Missionen: Gemini 9A im Juni 1966, Apollo 10 im Mai 1969 und Apollo 17 im Dezember 1972. Cernan war der zweite amerikanische und dritte Astronaut weltweit, der sein Raumschiff verließ, um einen Weltraumspaziergang durchzuführen. Und er war der Kommandant der letzten Apollo Mission, die auf dem Mond landete.

“Gene hat mir immer gesagt, dass er gar kein Recht dazu hatte, auf dem Mond zu sein, aber: er war dort” sagte Fox News Nachrichtenmoderator Neil Cavuto. “Er nahm uns mit auf seine Reise. Ein großer Held kann uns so doch nicht verlassen” sagte Cavuto “aber: er hat es getan.”

Ausgewählt wurde Cernan als Astronautenanwärter in der dritten Gruppe der NASA Astronauten im Jahr 1963. Cernan diente zuvor 13 Jahre als Marineflieger in der US-Navy. Er war an Bord des Flugzeugträgers USS Shangri-La. Dort lernte er seinen Fliegerkollegen Fred Baldwin kennen, und eine über 60 Jahre dauernde Freundschaft begann. “Wie sagen sie auf Wiedersehen zu ihrem besten Freund?” wurde Baldwin gefragt. “Ein Mann, mit dem sie so viele Momente an Land, auf See, und in der Luft geteilt haben? Es gibt dazu keine einfache Antwort.” “Gene war mehr als nur mein Freund” fügte er hinzu “Er war ein wichtiger Teil der amerikanischen Geschichte.”

Gene Cernan hat ein sehr erfülltes Leben gelebt. “Er schoss mit Vollgas durch das Leben. Und er hatte allen Grund dazu, ein Selbstbewusstsein von der Größe des Mondes zu haben. Aber jedes Mal, wenn man Gene über das Abenteuer befragt hat, das sein Leben war, spürte man seine Bescheidenheit.“
“Er liebte seine Familie” sagte der Pfarrer während der Trauerfeier. “Er kümmerte sich um seine erste Frau Barbara, und er kümmerte sich um seine zweite Frau Jan.” “Deshalb bedeutete es ihm auch sehr viel, dass beide bis zu seinen letzten Atemzügen an seinem Sterbebett waren”. Gene Cernan war mit Barbara Jean Atchley von 1961 bis 1981 verheiratet, mit der er seine Tochter Tracy, hatte. 1987 heiratete er erneut und hat mit seiner Frau Jan Nanna die Stieftöchter Kelly und Danielle dazu gewonnen.

“Cernan sicherte sich einen Platz in der amerikanischen Geschichte, so wie seine Fußspuren, die er auf dem Mond hinterlassen hat, die nie vergehen werden” sagte der ehemalige Präsident George H. W. Bush in einer schriftlichen Erklärung im gedruckten Programm der Trauerfeier. “Er war ein wahrer Held, der uns inspirierte und unsere Mitbürger stolz machte.” “Aber mehr als das, Gene war ein wahrer Freund, und Barbara und ich senden unser aufrichtiges Beileid an Jan und Gene`s wundervolle Familie” schrieb Bush. Gene Cernan war eng mit dem 41. Präsidenten der USA befreundet.

Beigesetzt wurde er am 25. Januar 2017, in einer privaten Zeremonie mit vollen militärischen Ehren, im Texas State Cemetery in Austin, Texas.

Mit Gene Cernan, den ich im März 1993 zum ersten Mal getroffen habe, verbindet mich seit fast 25 Jahren eine sehr freundschaftliche Beziehung. Er war eine herausragende Persönlichkeit und ein Vorbild für jüngere Generationen. Bei unzähligen privaten Treffen, Feierlichkeiten und Kongressen hatten wir immer wieder unbeschreibliche Erlebnisse.
Unvergessen wird der von mir geplante und letztendlich durchgeführte Deutschland-Besuch von Gene im Juni 2013 sein. Nachdem wir in Berlin im Reichstag sowie an der TU zwei Vorträge durchgeführt hatten, gab es noch ein VIP-Abendessen mit Mitgliedern des DLR-Vorstandes. Die zweite Station war das Technik Museum Speyer, wo er meine Ausstellung „Apollo and Beyond“ besuchte, von der er sehr angetan war. Er meinte „Das ist die umfangreichste Ausstellung über bemannte Raumfahrt, die ich außerhalb der USA je gesehen habe. Nach seinem Vortrag über seine drei Missionen im Forum des Museums eröffnete er mit dem Museumspräsidenten Hermann Layher und mir meinen Ausstellungsbereich „Der Mond“. Er überreichte uns einen 3,34 Milliarden Jahre alten Mondstein der Apollo 15 Mission. Diesen Mondstein habe ich nach zweijähriger intensiver Arbeit von der NASA als Dauerleihgabe für meine Ausstellung „Apollo and Beyond“ erhalten. Während seines Aufenthaltes gab es unzählige spannende als auch lustige Erlebnisse mit Gene, die ich niemals vergessen werde. Gene wird immer einen ehrbaren Platz in meiner Ausstellung haben, und er wird darin weiterleben. Da ich einige hochkarätige Exponate von ihm habe, werden auch hier seine Spuren nicht verblassen.
Gene, du hast immer gerne deinen Enkel davon erzählt „Opa war im Himmel“. Nun hast du deine letzte Reise angetreten, und ich werde dein Vermächtnis in Ehren halten und bin sehr froh, so viele wunderbare Erlebnisse mit dir teilen zu können. Du warst auch für mich ein großes Vorbild, und ich habe so einiges von dir gelernt. Das Foto, wo wir gemeinsam in meinem Lunar Rover sitzen, ist von den unzähligen Fotos, die ich mit dir zusammen habe, eines der ganz besonderen.

Gerhard Daum, im Januar 2017

Die Astronautin: Erste deutsche Frau im All

Ingenieurinnen, Wissenschaftlerinnen, Medizinerinnen und Pilotinnen: Für den Posten als erste deutsche Astronautin haben sich deutschlandweit über 400 Frauen beworben. Am 14. September 2016 wurden in Berlin 70 der Top-Bewer-berinnen der Öffentlichkeit präsentiert. Staatssekretärin Brigitte Zypries würdigte das Engagement der Initiative.

Bisher sind 11 deutsche Männer im Weltall gewesen – aber noch nie eine deutsche Frau. Das soll sich ändern. Die Mission 2020 hat begonnen – über 400 motivierte Kandidatinnen haben den Schritt gewagt, sich für die erste Deutsche Astronautin zu bewerben. Eine stolze Zahl, mit der wohl keiner so richtig gerechnet hätte.
Ob Ingenieurinnen, Pilotinnen oder Wissenschaftlerinnen – jede von Ihnen hat zweifel-los Potenzial. Für Claudia Kessler, Initiatorin der Kampagne, ist Intelligenz, Teamgeist sowie Fitness besonders wichtig. „Eine Astronautin muss überdurchschnittlich leis-tungsfähig, motiviert und psychisch sowie körperlich in Höchstform sein“, sagt Kessler.

Mit dem Projekt „Die Astronautin“ soll bis 2020 die erste deutsche Frau auf eine Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) entsendet werden. Finanziert werden soll das Projekt mithilfe von privatwirtschaftlichen Sponsoren. Unterstützt mit fachlicher Exper-tise wird es von Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Initiatorin des Projekts ist Claudia Kessler, diplomierte Ingenieurin für Luft- und Raumfahrt und CEO von HE Space Operations. Die medizinischen Untersuchungen, die an Bord der ISS durchgeführt werden, werden voraussichtlich unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Hanns-Christian Gunga, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Physiologie der Charité Berlin, stehen. In den vergangenen Wochen wurde durch ein sehr komp-lexes und intensives Auswahlverfahren alle Bewerbungen geprüft sowie ausgewertet. 120 Kandidatinnen konnten sich dabei durchsetzen und sind aktuell noch im Rennen.

Am 14. September wurden in Berlin 70 Top-Kandidatinnen der Öffentlichkeit präsentiert, die sich beim Projekt „Die Astronautin“ beworben haben. Ziel des Projekts ist es, noch vor 2020 die erste deutsche Frau auf eine Mission ins All zu entsenden. Während der Veranstaltung erläuterten Claudia Kessler, Wissenschaftler sowie Unterstützer aus Politik und Wirtschaft den ca. 200 Gästen Eckpunkte des Projekts, des Rekrutierungs- und Trainingsprozesses sowie die Ziele der Mission.

Brigitte Zypries, Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, eröffnete die Veranstaltung mit Ihrem Vortrag: „Die Zukunft der Raumfahrt ist weiblich“. „Es ist mein Ziel, Frauen und Mädchen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Wie könn-ten wir das besser, als ihnen zu zeigen, dass man mit einem MINT-Studium nach den Sternen greifen kann. Aus diesem Grund unterstütze ich diese Initiative, und ich freue mich, heute so hochqualifizierte Frauen zu sehen“, so Brigitte Zypries.

Claudia Kessler sagte in Ihrem Vortrag „Wir wollen die erste deutsche Frau auf eine Mission zur ISS entsenden. Ich bedanke mich bei all den Menschen und Unternehmen, die bereit sind, uns bei diesem ambitionierten Projekt zu unterstützen. Das große Inte-resse der Medien und der Bevölkerung machen deutlich, dass die Zeit mehr als reif ist für eine deutsche Frau im All. Wir wollen beweisen, dass es in Deutschland hochquali-fizierte und top ausgebildete Kandidatinnen gibt, auf die wir stolz sein können.“

Insgesamt 90 Kandidatinnen werden die medizinisch-psychologischen Eignungsunter-suchungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) durchlaufen. Ende September werden die Teilnehmerinnen dieses wissenschaftlichen Verfahrens feststehen, das im Oktober startet. Voraussichtlich im März 2017 werden die Finalis-tinnen verkündet, von denen schließlich eine zur Astronautin ausgebildet und auf die ISS-Mission vorbereitet wird.

Geflogene Exponate von Neil Armstrong für Raumfahrtaus-stellung “Apollo and Beyond”

Eric “Rick” Armstrong, ältester Sohn von Neil Armstrong, übergab am 47. Jahres-tag der Landung seines Vaters auf dem Mond, 3 Exponate der Apollo 11 Mission.

Prominenter Besuch zur Filmpremiere von “Zero Gravity – Mission in Space”. Eric “Rick” Armstrong, der älteste Sohn von Astronaut und Raumfahrtlegende Neil Arm-strong (1930-2012) und dem ersten Menschen auf dem Mond, wohnte der Dokumen-tation über Alexander Gersts ersten Weltraumaufenthalt bei. Rick Armstrong kam na-türlich nicht mit leeren Händen, sondern sprach Begrüßungsworte und beschrieb die Exponate seines Vaters, die er dem Technik Museum als Dauerleihgabe für die Aus-stellung “Apollo and Beyond” übergab.

Dabei handelte es sich um ein Stück des Propellers sowie einem Stoffteil der Bespan-nung des linken Flügels des “Wright Flyers” vom historischen Flug am 17. Dezember 1903. Der “Wright Flyer” war das erste von den Brüdern Wright hergestellte Doppel-decker-Motorflugzeug und auch das erste motorisierte Luftfahrzeug, das von einem Piloten gesteuert wurde. Dieses Stück des Propellers sowie das Stoffteil der Bespan-nung begleiteten Neil Armstrong vom 16. bis 24. Juli 1969 an Bord des Apollo 11 Raumschiffs “Columbia” während seiner Mission zum Mond.

Zwei große Träume stehen hinter den Armstrong-Gegenständen: die erste bemannte Mondlandung, die US-Präsident John F. Kennedy am 25. Mai 1961 als Ziel ausgegeben hatte, und der Traum vom Fliegen überhaupt, den sich die Gebrüder Wright am 17. Dezember 1903 mit dem Flug ersten Motorflugzeug erfüllten.

Rick Armstrong übergab die beiden geflogenen Exponate sowie ein originales Apollo 11 Missionsemblem, aus der Privatsammlung von Neil Armstrong, an Ausstellungsleiter Gerhard Daum. Die Exponate werden in Kürze im Ausstellungsbereich “Der Mond” für Besucher zu besichtigen sein. Rick Armstrong hofft, dass seine Dauerleihgaben Kinder und Jugendliche inspirieren, um sich für die Wissenschaft zu interessieren.

Informationen zu Europas größter Ausstellung für bemannte Raumfahrt „Apollo and Beyond“ und dem neuen Ausstellungsbereich „Deutsche Astronauten“ gibt es unter: http://speyer.technik-museum.de/de/raumfahrt.

Alexander Gerst fliegt von Mai bis November 2018 wieder zur ISS

Bekanntgabe während des Besuches von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Europäischen Astronauten Zentrum (EAC)

Beim Besuch am 18. Mai 2016 von Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündete ESA-Generaldirektor Prof. Jan Wörner, dass der europäische Astronaut Dr. Alexander Gerst von Mai bis November 2018 sechs Monate auf der Internationalen Raumstation ISS verbringen wird. In der zweiten Hälfte seiner Langzeitmission wird Gerst drei Monate lang das Kommando der ISS übernehmen. “Ich freue mich über die Nominierung des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst als Mitglied einer internationalen Besatzung und als Kommandant für seine zweite Langzeitmission zur ISS im Jahr 2018. Mit diesem Flug wird Deutschland seine Kompetenzen in der Raumfahrt weiter ausbauen”, erklärt Frau Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR. “Raumfahrt eröffnet uns eine Vielzahl von gänzlich neuen oder deutlich verbesserten Anwendungen zur Lösung globaler Herausforderungen und trägt dazu bei, Deutsch-lands Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken und weiter auszubauen. Denn wer Raumfahrt kann, kann alles.”

Mit Alexander Gerst wird zum ersten Mal ein deutscher ESA-Astronaut Kommandant der ISS und nach dem Belgier Frank de Winne zum zweiten Mal ein Europäer. Für Gerst wird es die zweite Langzeitmission im All sein, er flog bereits von Mai 2014 bis November 2014 auf der ISS. “Alexander Gerst hat sich bei seiner ersten ISS-Mission BlueDot durch hervorragende Gesamtleistungen und eine hohe Professionalität in der Wissenschaft ausgezeichnet. Zudem hat er exzellente Koordinationsfähigkeiten und soziale Kompetenzen bei der Interaktion mit den Kollegen der ISS-Crew bewiesen”, sagte Jan Wörner. “Aus diesem Grund hat die ESA Alexander Gerst für diese Mission ausgewählt sowie als Kommandanten der ISS vorgeschlagen.” Klappt alles, wird Gerst der vierte Deutsche mit mindestens zwei Raumflügen sein. Deutscher Rekordhalter ist Ulf Merbold, der zwischen 1983 und 1994 dreimal im Erdorbit arbeitete. Kommandant im All war bisher aber noch kein Deutscher. Alexander Gerst soll der Kommandant der Expedition 57 sein in der zweiten Hälfte seiner sechsmonatigen Mission.

„Das ist eine tolle Sache für mich“, sagte der 40-jährige Geophysiker in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Es sei auch ein großer Vertrauensbeweis der USA und Russlands für die Europäische Weltraumagentur ESA. Alexander Gerst wird mit Sojus MS-09 zur ISS fliegen und sein Sojus Kommandant Alexander Samokutjajew wird, auf Initiative von Space Consult, noch in diesem Jahr die Raumfahrtausstellung “Apollo and Beyond” im Technik Museum Speyer besuchen und über seine bisherigen zwei Langzeitmissionen sowie der bevorstehenden Mission berichten.

Das TECHNIK MUSEUM SPEYER zeigt seit Oktober 2015 mit dem Ausstellungs-bereich „Deutsche Astronauten“ Ausstellungsstücke von allen deutschen Raumfahrern, darunter auch 30 Leihgaben, darunter viele geflogene Einzelstücke, von Alexander Gerst, die er im April 2015 bei einem Besuch dem Ausstellungsleiter Gerhard Daum überreichte.

Informationen zu Europas größter Ausstellung für bemannte Raumfahrt „Apollo and Beyond“ und dem neuen Ausstellungsbereich „Deutsche Astronauten“ gibt es unter: http://speyer.technik-museum.de/de/raumfahrt.

Apollo and Beyond: “Deutsche Astronauten”

Neuer Ausstellungsbereich “Deutsche Astronauten” in Europas größter Ausstellung für bemannte Raumfahrt “Apollo and Beyond”

Im April 1961 flog der erste Mensch, der Kosmonaut Juri Gagarin, in den Weltraum. 17 Jahre später begann im August 1978 für Deutschland das Zeitalter der bemannten Raumfahrt – eine neue Ära war geboren. Bis heute flogen elf deutsche Astronauten mit der amerikanischen Raumfähre und dem russischen Sojus Raumschiff ins All. Während der insgesamt 15 Missionen wurden mehrere hundert wissenschaftliche Experimente durchgeführt und damit faszinierende Erkenntnisse erzielt.

Das Technik MUSEUM SPEYER widmet nun in Europas größter Ausstellung für bemannte Raumfahrt „Apollo and Beyond“ den deutschen Raumfahrtpionieren mit dem neuen Bereich „Deutsche Astronauten“ ab dem 25. Oktober 2015 eine Ausstellung, die in Deutschland seinesgleichen sucht und würdigt damit die Leistung dieser elf Männer. Der neue Ausstellungsbereich umfasst 194 Exponate. Darunter befinden sich unter anderem Exponate beispielsweise aus dem Training, den Missionen und verschiedene Auszeichnungen. Ausführliche Informationstafeln und Exponats-Beschreibungen zu den Astronauten und den Missionen runden die Ausstellung ab.

Bei der offiziellen Eröffnung am 24. Oktober 2015 waren die Astronauten Ulf Merbold, Ernst Messerschmid, Hans Schlegel, Ulrich Walter, Gerhard Thiele, Reinhold Ewald und Gisela Furrer, Schwester von Reinhard Furrer, sowie der ESA Generaldirektor Prof. Johann-Dietrich Wörner zu Gast um gemeinsam mit Museumspräsident Hermann Layher und dem Initiator und Ausstellungsleiter Gerhard Daum die Ausstellung zu eröffnen.

Die deutschen Astronauten zeigten sich von ihrer fröhlichen, fast schon ausgelassenen Seite. Sie plauderten während des Presserundgangs und der späteren Talkrunde von ihren Erlebnissen.

Zum eingespielten Countdown und dem donnernden Start des US-amerikanischen Space-Shuttles “Atlantis” zertrennen die Männer dann ein schwarz-rot-goldenes Band und geben die Ausstellung frei. Auf einer Sonderfläche der Raumfahrthalle zeigen Vitrinen persönliche Gegenstände der deutschen Raumfahrer. Fliegerhelme und Druckanzüge etwa, aber auch farbenprächtige Trachten, die in der kasachischen Steppe den Rückkehrern traditionell angelegt werden.

Space Technology 2015

Technologie Symposium und Ausstellung für Wirtschaft und Industrie sowie Studenten und Schüler vom 29. April – 4. Mai 2015 während der Frühjahrsmesse in Graz, Österreich

Das Wissenschaftsressort des Landes Steiermark, der ACstyria, die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer und die Europäische Weltraumagentur ESA luden gemeinsam zur Ausstellung “Faszination Raumfahrt” und zu einem Wissenstransfer über den Nutzen der Weltraumwissenschaften für Wirtschaft und Industrie ein. Die Veranstaltung wendete sich sowohl an bestehende und zukünftige Entwickler, wie auch Anwender von Raumfahrttechnologien, sowie an Wissenschaftler und an Meinungsbildner. Das ganze Programm bot hochkarätige Vorträge und spannende Podiumsdiskussionen. Die Ausstellung „Faszination Raumfahrt“ im Erdgeschoss der Messehalle 1 wurde von mehr als 40.000 Menschen an den fünf Messetagen besucht.

Die Sonderausstellung auf 1.500 m² Ausstellungsfläche auf der Grazer Frühjahrsmesse 2015 war dem spannenden Thema Raumfahrt gewidmet und präsentierte nicht nur die eindrucksvollen Missionen zu anderen Himmelskörpern, sondern auch den Nutzen der Weltraumtechnologien für die Menschen.
Am 30. April 2015 fand zum Auftakt ein ESA Technology Transfer Tag für Entwickler und Anwender von Weltraumtechnologien sowie ein Space Symposium statt. Am 4. Mai 2015 konnten Schulklassen die Ausstellung kostenlos besuchen und sich bei mehreren Führungen über das Thema Raumfahrt informieren. Außerdem hatten Abiturienten, Studierende sowie Interessenten für Berufsorientierung die Möglichkeit sich über ESA Ausbildungsprogramme und Karrieremöglichkeiten im Weltraum zu informieren.

Die Exponate, die von Space Consult bereitgestellt wurden, zeigten einen kleinen Ausschnitt aus Europas größter Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“, die seit 2008 im Technik Museum Speyer zu sehen ist. Die originalgetreue Nachbildung des Raumanzuges von Neil Armstrong, Kommandant von Apollo 11 und erster Mensch, der am 21. Juli 1969 den Mond betreten hat. Ein weiteres Exponat war die originalgetreue Nachbildung des Raumanzuges von Eugene Cernan, Kommandant von Apollo 17 und der den Mond am 13. Dezember 1972 letzter Mensch verlassen hat. Außerdem die originalgetreue Nachbildung des Lunar Roving Vehicle (LRV), dass bei den erweiterten wissenschaftlichen Missionen von Apollo 15, 16 und 17, von Juli 1971 bis Dezember 1972, zum Einsatz kam.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer besucht „Apollo and Beyond“ und trifft Alexander Gerst

Die Rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist bei ihrem Besuch besonders von Mondgestein der Apollo 15 Mission sehr beeindruckt

Die unglaubliche Faszination, die der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst im letzten Jahr mit seinem live auf Facebook und Twitter zu verfolgenden und mehr als sechs Monate dauernden Arbeits- und Forschungsbesuch auf der „Internationalen Raumstation ISS“ ausgelöst hat, ist bis heute ungebrochen.

Der promovierte Geophysiker und Vulkanologe Alexander Gerst gehört seit 2009 dem ESA-Astronautenkorps an. Am 28. Mai 2014 startete Alexander Gerst an Bord des russischen Sojus-TMA-13M Raumschiffs zur ISS, um dort ein halbes Jahr zu leben und zu arbeiten. Im Mittelpunkt der „ISS-Expeditionen 40 und 41“ standen mehr als 100 wissenschaftliche Experimente auf den Gebieten der Materialforschung, Biologie, Medizin, Physik, Astronomie, Erdbeobachtung und Technik. Außerdem absolvierte er am 7. Oktober 2014 einen Außenbordeinsatz für Wartungs- und Verbesserungsarbeiten an der Raumstation. Am 10. November 2014 flog er an Bord des Sojus TMA-13M Raumschiffs zur Erde zurück. Alexander Gerst verbrachte 165 Tage, 8 Stunden und 1 Minute im Weltraum bei 2.566 Erdorbits. Damit ist er der elfte Deutsche im All und der dritte deutsche Astronaut auf der ISS.
Am 24. und 25. April 2015 besuchte Alexander Gerst Europas größte Ausstellung für bemannte Raumfahrt „Apollo and Beyond“ im Technik Museum Speyer, um von seinem Aufenthalt im Weltraum zu berichten. Freitags fand ein Vortrag für geladene Gäste, darunter Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, statt. Am Samstag gab es einen Ansturm von mehr als 3.000 Besuchern um dem spannenden Vortrag von Alexander Gerst zu lauschen – und um vielleicht sogar ein Original Autogramm von ihm zu ergattern.

Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer ließ sich rasch von der „Faszination Weltraum“ gefangen nehmen und kam am Vorabend der großen öffentlichen Veranstaltung eigens aus Mainz nach Speyer, um gemeinsam mit Alexander Gerst, die höchst eindrucksvolle sowie außergewöhnliche Speyerer Weltraumausstellung zu erkunden und sich von Alexander Gerst aus erster Hand über seine Eindrücke von seiner Weltraummission informieren zu lassen.
Bei ihrem ausführlichen Rundgang durch die Weltraumhalle, begleitet von Gerhard Daum, dem Leiter dieser bedeutendsten Weltraumausstellung des Kontinents, zeigte sich Malu Dreyer tief beeindruckt von der großen Zahl der gezeigten Exponate – von der gewaltigen sowjetischen Weltraumfähre „Buran“, über das 3,4 Milliarden Jahre alte Apollo 15 Mondgestein bis hin zum originalen „Spacelab“ Modul sowie dem Mockup des europäischen Forschungslabors „Columbus“ der ISS. Alexander Gerst übergab Gerhard Daum bereits einen geflogenen Overall, den er während der Mission getragen hat für den von ihm neu konzipierten Ausstellungsbereich „Deutsche Astronauten“. Weitere Exponate sollen in Kürze folgen. Dieser neue Ausstellungsbereich soll noch in diesem Jahr eröffnet werden, und wird die einzige Ausstellung in Deutschland sein, wo alle 11 deutschen Astronauten mit unzähligen Exponaten und detaillierten Infotafeln gezeigt werden.

Insbesondere der unter dickem Panzerglas sicher verwahrte Apollo 15 Mondstein, den Apollo Mondastronaut Eugene Cernan dem Museum 2013 überbracht hatte, faszinierte die Ministerpräsidentin besonders. „Ich könnte mir kaum einen geeigneteren Ort für Ihren Vortrag vorstellen, als eben diese Raumfahrthalle mit ihren tief beeindruckenden Exponaten“, zeigte sich Dreyer begeistert und nahm sich sehr viel Zeit, um sich von Alexander Gerst und Gerhard Daum die Schaustücke ausführlich erklären zu lassen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte „Wer im letzten Jahr auf Facebook und Twitter Ihren Aufenthalt im Weltraum mitverfolgt hat, war begeistert und fasziniert von Ihrer Mission „Blue Dot“. Hier, in Europas größter Raumfahrtausstellung, bekommen Ihre Eindrücke den passenden Rahmen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Den Stellenwert der Forschung hob auch Gerst in seinem spannenden Vortrag über die Mission “Blue Dot” (“Blauer Punkt”) hervor. “Wir machen die Experimente im Weltall, um das Leben auf der Erde besser zu machen”, so der promovierte Wissenschaftler. Die Forschung auf der ISS sei beispielsweise nicht nur für die Medizin unersetzlich. “In der Schwerelosigkeit hat man so etwas wie Osteoporose”, erklärte er. Diese sei zwar dort nur temporär, dennoch könne man wichtige Erkenntnisse für die Wissenschaft daraus ableiten. Insgesamt 23 Blutproben habe er zu Forschungszwecken dort oben abgegeben.

Der Alltag im All war für das Publikum besonders spannend. Drei Jahre hat sich Gerst bei der europäischen Weltraumorganisation ESA auf den Aufenthalt vorbereitet. “Und alles läuft dabei auf einen Punkt hinaus: den Start”, erzählte der 38-Jährige. “Man hört Gas austreten, die Ventile pfeifen und beim Start gibt es das lauteste Geräusch, das ich je gehört habe”, erinnerte sich Gerst. Mit 26 Millionen PS gehe es dann in Richtung Himmel. Ziel: die Internationale Raumstation ISS in 400 Kilometern Höhe. “Nach acht Minuten ist man da oben, der Rest – etwa sechs Stunden – ist Einparkzeit”, sagte der Astronaut.

Nach seiner Ankunft musste sich Gerst erst einmal mit den Gegebenheiten vor Ort arrangieren: essen, schlafen, forschen in Schwerelosigkeit. Sein Arbeitsplatz, das Columbus Forschungslabor, das auch im Technik Museum zu sehen ist, ersetze ein ganzes Universitätsgebäude, berichtet er. 160 Experimente hat er mit seinen Kollegen durchgeführt.

In seiner Freizeit hat Gerst neben dem täglichen Sportpflichtprogramm viel aus dem Fenster geschaut. Dabei entstanden sind unvergleichliche Bilder, mit denen er nun sein Publikum fesselt. Man sehe sehr viel schlimme Dinge wie Bomben und Raketen in den Krisengebieten oder die gewaltige Zerstörung des Amazonas. “Vor allem habe ich aber wunderschöne Sachen gesehen wie ein Südlicht”, schwärmte er. “Wir Menschen haben noch kaum etwas um uns herum entdeckt. Ich bin gespannt, was noch kommt”, sagte Gerst zur Zukunft der Raumfahrt. “Es ist das größte Abenteuer der Menschheit.”